Wasserentnahme - Definition & Erklärung

Wasserentnahme bezeichnet die Entnahme von Wasser aus natürlichen oder künstlichen Quellen wie Grundwasser, Oberflächengewässern oder öffentlichen Netzen zur betrieblichen Nutzung. Sie ist eine zentrale Umweltkennzahl im ESG-Reporting, da sie Rückschlüsse auf Ressourcennutzung, Standortabhängigkeit und physische Klimarisiken zulässt. Für KMU ist sie besonders relevant im Kontext von Lieferkettenanforderungen und Kreditvergaben.

Inhaltsverzeichnis

Was zählt als Wasserentnahme?

Wasserentnahme umfasst sämtliche Wassermengen, die ein Unternehmen für Produktions-, Kühl-, Reinigungs- oder Sanitärzwecke bezieht – unabhängig davon, ob das Wasser:

  • aus eigenem Brunnen (Grundwasser),
  • aus Flüssen oder Seen (Oberflächenwasser),
  • aus dem kommunalen Versorgungsnetz oder
  • aus Regenwassersammelsystemen
    stammt.

Nicht zu verwechseln ist die Wasserentnahme mit dem Wasserverbrauch. Verbrauch bezeichnet nur den Anteil, der dem Wasserkreislauf nicht direkt wieder zugeführt wird (z. B. Verdunstung, Produktbindung).

Warum ist Wasserentnahme für KMU ESG-relevant?

1. Druck aus der Lieferkette (CSRD-Effekt)

Große, berichtspflichtige Unternehmen nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) müssen Umweltkennzahlen ihrer Lieferanten offenlegen. Dazu gehören zunehmend auch:

  • Gesamtwasserentnahme
  • Wasserintensität pro Produktionseinheit
  • Standortrisiken (Wasserstressgebiete)

 

Wenn Sie als Zulieferer diese Daten nicht liefern können, steigt Ihr Substitutionsrisiko.

2. Relevanz für die Green Asset Ratio

Banken müssen im Rahmen der EU-Taxonomie ihre Green Asset Ratio (GAR) offenlegen. Umweltkennzahlen wie Wasserentnahme helfen bei der Bewertung:

  • physischer Klimarisiken (z. B. Überschwemmungen, Dürre),
  • regulatorischer Risiken (Wasserentnahmegebühren),
  • langfristiger Standortstabilität.

Fehlende Transparenz verschlechtert Ihre ESG-Bewertung – und damit potenziell Kreditkonditionen.

3. Operatives Risiko durch Wasserstress und Preissteigerungen

In wasserarmen Regionen (z. B. Teile Süddeutschlands oder Südeuropas) können Entnahmebeschränkungen Produktionsausfälle verursachen. Gleichzeitig steigen kommunale Wasserpreise kontinuierlich. Für produzierende KMU kann Wasser somit ein strategischer Kosten- und Risikofaktor sein.

Einordnung im VSME-Standard

Im EFRAG-Standard Voluntary SME Standard (VSME) wird Wasser als Umweltaspekt im Modul „Umwelt (B6)“ berücksichtigt.
Relevanz entsteht insbesondere, wenn ihr Geschäftsmodell wasserintensiv ist, Sie in Regionen mit Wasserstress tätig sind oder Ihre Kunden oder Finanzierer branchenspezifische Nachhaltigkeitsanforderungen stellen.

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