VSME Standard für KMU
Voluntary Standard vs-VSME
VSME vs. EU-Entwurf zum Voluntary Standard: Das neue "Schutzschild" für den Mittelstand
Was kleine und mittlere Unternehmen (KMU) jetzt zur freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung wissen müssen. Die Europäische Komssion hat im Mai 2026 einen neuen Gesetzesentwurf vorgestellt zu einem Nachfolger für den VSME Standard.
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Worum geht es? (Der Hintergrund)
Mit der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) müssen große Unternehmen umfassend über Nachhaltigkeit berichten. Durch den sogenannten Trickle-Down-Effektfordern diese Konzerne (sowie Banken) nun massiv Daten von ihren kleineren Zulieferern und Geschäftskunden ein.
Um KMUs vor überbordenden Fragebögen zu schützen, wurde ein freiwilliger Standard entwickelt. Hierbei gibt es aktuell zwei wichtige Dokumente:
Der EFRAG VSME Standard (12/ 2024): Der fachliche Entwurf der europäischen Beratergruppe EFRAG, welcher auch Basis der ESG Software von ESG Lift ist.
Der Entwurf der EU-Kommission (Value Chain Cap): Die rechtliche Übersetzung dieses Standards durch die EU-Kommission. Dieser Entwurf fungiert als gesetzliche Obergrenze ("Cap"). Großunternehmen dürfen künftig nicht mehr Daten von KMUs verlangen, als in diesem Dokument stehen, sobald das Gesetz verabschiedet ist.
Die gute Nachricht: Die EU-Kommission hat den EFRAG-Entwurf als Basis genommen, ihn aber massiv vereinfacht und entschärft, um den Mittelstand weiter zu entlasten.
Auf einen Blick: Was bleibt gleich?
Die Grundarchitektur des Berichtsstandards hat die EU-Kommission im Wesentlichen von der EFRAG übernommen.
Freiwilligkeit
Der Standard bleibt für KMUs streng freiwillig. Er ist ein Angebot, keine Pflicht.
Modularer Aufbau
Es gibt weiterhin ein Basic Module (Basisdaten) und ein darauf aufbauendes Comprehensive Module (Erweiterte Daten für Banken/Kunden).
Kernthemen
Die grundlegenden Metriken zu Arbeitsunfällen, Mitarbeiterstruktur, Vergütung (Mindestlohn), Korruption sowie Basis-Klimadaten bleiben bestehen.
"IF Applicable" Prinzip
Beide Standards nutzen das Prinzip: "Berichte nur darüber, wenn es auf dein Unternehmen zutrifft."
Was hat sich geändert im Voluntary Standard zum VSME?
Die EU-Kommission hat den "Rotstift" angesetzt, um für KMU Bürokratie abzubauen und Rechtssicherheit zu schaffen. Hier sind die wichtigsten Änderungen vom EFRAG-VSME hin zum EU-Entwurf:
Ausweitung des Standards (Zielgruppe)
Der VSME Standard war gezielt auf KMU (Kleine und Mittelständische Unternehmen) bis 250 Mitarbeiter zugeschnitten, welche nicht börsennotiert sind. Der EU Vorwurf "Voluntary Standard" hebt diese Grenze im aktuellen Entwurf auf 1.000 Mitarbeiter an. Zusätzlich fällt die Einschränkung weg, dass das Unternehmen nicht börsennotiert sein soll.
Das neue Tagging-System (Rechtssicherheit)
Der EU Entwurf für den Standard führt eckige Klammern ein, um die Frage rechtlich einzuordnen. Das gab es im VSME-Standard nicht in dieser Ausführlichkeit. Der neue EU Standard unterscheidet:
[Necessary]= Muss zwingend beantwortet werden, wenn man den Standard anwendet
[Necessary if applicable]= Muss nur beantwortet werden, wenn der Sachverhalt zutreffend ist.[Voluntary]= Komplett freiwillig (Darf nicht erzwungen werden!).
Wegfall komplexer Berechnungen
Die Komission hat in dem Entwurf Datenpunkte entworfen, um den Standard noch kompatibler für die Möglichkeiten und Fähigkeiten von KMU anzupassen. Der Aufwand wird weiter reduziert. Je nach Mitarbeiteranzahl des Unternehmens gibt es folgende Erleichterungen:
Treibhausgas-Intensität: Diese muss nicht mehr berechnet werden (unter 10 Mitarbeiter)
Gesamtenergie-Verbrauch: Dieser muss ebenfalls nicht mehr berechnet werden
Flächenversiegelung/ Biodiversität: Diese Angabe ist unter Umständen auch verichtbar
Aufschlüsselung der Weiterbildungsstunden nach Geschlecht: Dieser Indikator ist nicht mehr anzugeben.
Der Gamechanger: Die 10-Mitarbeiter Regel
Die massivste Änderung der EU-Kommission betrifft Kleinstunternehmen (Micro-Undertakings) mit bis zu 10 Mitarbeitern. Für diese Gruppe wurde im "Basic Module" fast alles, was kompliziert ist, auf freiwillig "voluntary" herabgestuft.
Wenn Ihr Unternehmen 10 Mitarbeiter oder weniger hat, bedeutet das:
Das MÜSSEN Sie liefern (Necessary):
Stammdaten: Rechtsform, Firmierung, Branche, Umsatz, Bilanzsumme, Mitarbeiterzahl.
Belegschaft: Anzahl der Mitarbeiter nach Geschlecht und Vertragstyp (befristet/unbefristet).
Soziales: Gibt es Tarifverträge? Werden Mindestlöhne gezahlt? Wie viele Weiterbildungsstunden gab es? Wie viele Arbeitsunfälle gab es?
Das MÜSSEN SIE NICHT liefern (aber dürfen es nach wie vor):
Kein CO2-Fußabdruck: Sie müssen keine Treibhausgase (Scope 1, 2 oder 3) berechnen.
Keine Energie-Bilanz: Sie müssen Ihren Energieverbrauch nicht in MWh umrechnen.
Keine Angaben zu Wasser & Abfall: Sie müssen weder Wasserentnahme noch Abfallmengen (Tonnen/Recyclingquoten) dokumentieren.
Keine Details zur Kreislaufwirtschaft: Sie müssen keine Strategien zur Circular Economy erläutern.
Fazit & Handlungsempfehlung zum Voluntary Standard
Der neue Entwurf der EU-Kommission ist ein großer Gewinn für den Mittelstand. Er nimmt den Druck aus der Lieferkette und wandelt den komplexen EFRAG-Katalog in einen handhabbaren, juristisch klaren Rahmen um.
Was Sie jetzt tun sollten:
VSME Berichterstattung fortführen: Wenn Sie gerade in der Erstellung Ihres VSME-Nachhaltigkeitsberichts sind, fahren Sie damit fort. Der Aufwand hierfür ist lohnenswert. Die Struktur des neuen Voluntary Standards folgt dem VSME Standard.
Daten bereitlegen: Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Basisdaten (Umsatz, Unfallzahlen, Weiterbildungsstunden) griffbereit haben. Diese stammen meist direkt aus der Lohnverrechnung.
Auf freiwillige Anfragen vorbereiten: Wenn Sie als Zulieferer besonders punkten wollen, können Sie das "Comprehensive Module" nutzen, um sich Wettbewerbsvorteile bei Banken (Kreditvergabe) und B2B-Kunden zu sichern.
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Stand der Informationen: 08.05.2026. Basierend auf dem Delegated Regulation Draft der Europäischen Komission (Ares(2026)4624010).
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Ist ein Nachhaltigkeitsbericht nach VSME-Standard für mein KMU Pflicht oder freiwillig?
Der VSME-Standard wurde explizit für jene Unternehmen entwickelt, die (noch) nicht unter die gesetzliche Berichtspflicht der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fallen. Sie haben also keine direkte, gesetzliche Verpflichtung. Allerdings entsteht eine starke indirekte Pflicht durch den Markt: Kundenanforderungen: Große Unternehmen, die selbst CSRD-pflichtig sind, müssen über ihre gesamte Lieferkette berichten. Sie werden die notwendigen ESG-Daten daher verbindlich von ihren Zulieferern – also von Ihnen – einfordern. Ein fehlender Bericht kann hier zum Ausschlusskriterium werden. Finanzierungsbedingungen: Banken und Investoren sind gesetzlich dazu verpflichtet (z.B. durch die EU-Taxonomie), die Nachhaltigkeitsleistung ihrer Investments und Kreditnehmer zu bewerten. Ein standardisierter ESG-Bericht ist die Datengrundlage dafür und wird immer öfter zur Bedingung für Kreditzusagen oder bessere Konditionen. Fazit: Der VSME-Bericht ist Ihre proaktive, strategische Antwort auf die realen Anforderungen Ihrer wichtigsten Geschäftspartner. Mit ESGLift erfüllen Sie diese Anforderungen effizient und professionell.
Was ist der konkrete Zusammenhang zwischen CSRD, ESRS und dem neuen VSME Standard?
Die kurze Antwort: Stellen Sie es sich wie ein Baukastensystem vor: Die CSRD ist das Gesetz, die ESRS sind die komplexen Bausteine für Großkonzerne, und der VSME-Standard ist der passende, vereinfachte Baukasten für KMU. Die ausführliche Erklärung: Es ist entscheidend, diese drei Begriffe zu unterscheiden: CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive): Dies ist das EU-Gesetz. Es legt fest, dass bestimmte (hauptsächlich große) Unternehmen über Nachhaltigkeit berichten müssen. Es ist der rechtliche Rahmen. ESRS (European Sustainability Reporting Standards): Dies sind die detaillierten Berichtsstandards. Sie schreiben den großen, CSRD-pflichtigen Unternehmen vor, was genau und wie sie berichten müssen. Die ESRS sind sehr umfassend und komplex. VSME-Standard (Voluntary SME Standard): Dies ist der proportionale Berichtsstandard für KMU. Er wurde entwickelt, damit auch kleinere Unternehmen die Anforderungen des Marktes erfüllen können, ohne vom Umfang der ESRS überfordert zu werden. Das Wichtigste dabei: Der VSME-Standard ist inhaltlich konsistent mit den ESRS. Die von Ihnen gelieferten Daten sind also direkt für Ihre ESRS-pflichtigen Geschäftspartner nutzbar. Fazit: Mit einem VSME-Bericht sprechen Sie dieselbe „Sprache“ wie die Großunternehmen und Finanzinstitute, nur eben mit einem auf Ihre Unternehmensgröße zugeschnittenen Vokabular. Unsere Software übersetzt diesen Standard in einen einfachen, geführten Prozess.
Welchen greifbaren Mehrwert hat ein ESG-Bericht für mein Unternehmen, wenn er nicht verpflichtend ist?
Ein professionell erstellter ESG-Bericht ist eine Investition, die sich mehrfach auszahlt: Verbesserter Zugang zu Kapital: Sie liefern Banken und Investoren die Daten, die diese für ihre Risikobewertung benötigen. Das beschleunigt Finanzierungsprozesse und kann zu besseren Konditionen führen. Stärkere Wettbewerbsposition: Bei öffentlichen und privaten Ausschreibungen wird Nachhaltigkeit immer häufiger zum entscheidenden Vergabekriterium. Mit einem VSME-Bericht heben Sie sich klar von Mitbewerbern ab und werden zum „preferred supplier“. Effizientes Risikomanagement: Der Prozess der Berichterstellung zwingt Sie, sich mit zukünftigen Risiken auseinanderzusetzen – von steigenden CO2-Preisen bis hin zu neuen Gesetzen im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Sie erkennen Schwachstellen, bevor sie zum Problem werden. Identifizierung von Kostensenkungen: Die Analyse Ihrer Verbrauchsdaten, z.B. für die CO2-Bilanz, deckt oft erhebliche Einsparpotenziale auf, sei es bei Energie, Wasser oder Materialeinsatz. Attraktivität als Arbeitgeber (Employer Branding): Besonders die jüngere Generation an Fachkräften sucht gezielt nach Arbeitgebern, die nachweislich Verantwortung übernehmen. Ein transparenter ESG-Bericht ist ein starkes Argument im „War for Talents“. Fazit: ESGLift liefert Ihnen nicht nur den fertigen Bericht, sondern auch die Daten und Einblicke, mit denen Sie Ihr Unternehmen zukunftssicherer, effizienter und attraktiver machen können.
