Product Carbon Footprint (PCF) berechnen und verstehen

Product Carbon Footprint ( Abkürzung PCF) bezeichnet die Summe aller Treibhausgasemissionen, die entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts entstehen – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Er wird in CO₂-Äquivalenten (CO₂e) angegeben und folgt anerkannten Standards wie dem GHG Protocol oder ISO 14067. Für KMU ist der PCF zunehmend entscheidend, um Anforderungen aus Lieferketten und Nachhaltigkeitsberichten zu erfüllen.

Inhaltsverzeichnis

Warum ist der Product Carbon Footprint für KMU relevant?

Der Bedarf für den Product Carbon Footprint kommt aus der Lieferkette. Unternehmen berichten entweder freiwillig oder durch gesetzliche Pflichten wie die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive). In diesem Rahmen müssen die Emissionen der Lieferkette offengelegt werden. Diese werden innerhalb der Scope 3 Emissionen erfasst.

Ein Teil der Scope 3 Emissionen besteht aus Vorleistungen bzw. eingekauften Produkten.

Wenn kein konkreter PCF vorliegt, werden entweder Durchschnittswerte angesetzt, was meist zu Nachteilen führt. So verlieren Sie die Transparenzkontrolle und das Risiko der Substitution innerhalb der Lieferkette steigt. 

Methoden der Product Carbon Footprint berechnung

Product Carbon Footprints sind auf verschiedene Weisen berechenbar. Häufig werden folgende Ansätze verwendet:

  • Cradle to Gate 
  • Cradle to Grave
  • Gate to Gate

Die Systemgrenzen bestimmen maßgeblich die Vergleichbarkeit der PCF zwischen Produkten verschiedener Anbieter. Beim Cradle to Gate Ansatz werden die Treibhausgasemissionen von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor des Anbieters berücksichtigt; währenddessen betrachtet Cradle to Grave den gesamten Lebenszyklus eines Produkts inklusive der Nutzung und der Entsorgung des Produkts. 

Der Ansatz  von Gate to Gate berücksichtigt nur die Emissionen, die auf den einzelnen Produktionsstufen entstehen. 

Datenarten zur Erhebung eines Product Carbon Footprints

Die Datenerhebung zum Product Carbon Footprint ist entweder auf Basis von eigenen Daten (Primärdaten) oder auf Basis von Datenbanken (Sekundärdaten) möglich. Sekundärdaten sind Material- oder Energieträgerspezifische Daten aus Datenbanken. 

Grundsätzlich gilt hierbei: je höher der Anteil an Primärdaten, desto belastbarer ist ein PCF. 

Abgrenzung PCF und Corporate Carbon Footprint

Der Corporate Carbon Footprint und der Product Carbon Footprint ergänzt sich. Während der PCF auf ein bestimmtes Product oder Dienstleistung abzielt, ist der Corporate Carbon Footprint unternehmensbezogen. Der PCF setzt die Grenzen auf den Produktlebenszyklus und stellt diesen je nach Grenzsetzung um. Der CCF setzt als Grenze die Organisation. 

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